Mechanische Effekte

Darunter versteht man die Effekte, die durch die Bewegung der Hände auf der Haut entstehen.

 

Die Massage bewirkt eine Verschiebung der verschiedenen Gewebe gegeneinander, beispielsweise bei der Mobilisation von Kutis und Subkutis gegenüber der Körperfaszie oder dem Periost. Der Mobilisationseffekt lässt sich in zwei Schritte aufgliedern:

  1. Verklebungen zwischen den einzelnen Gewebsschichten können aufgelöst werden.
  2. Bei längerer Ruhigstellung gebildete pathologische Crosslinks (anpassungsbedingte wasserunlösliche strukturelle Veränderungen, die das Bewegungsausmass deutlich einschränken) zwischen den kollagenen Fasern des Bindegewebes z.B. im Muskel werden gelöst.

Ausstreichende Wirkung

Die Steigerung der Durchblutung und des Lymphflusses sind zwei der am meisten untersuchten Effekte der Massage. Die verbesserte Durchblutung in den oberflächlichen Hautgefässen ist ein sofort sichtbares Ereignis, die Haut wird gerötet und erwärmt. Die tiefliegenderen Gefässe werden ebenfalls beeinflusst, was auch einen länger anhaltenden Effekt erzielt. So kann z.B. der verlangsamte Blutfluss in erweiterten Venen durch bestimmte Massagetechniken beschleunigt werden. Dabei bewirkt die mechanische Kompression des Gewebes in Richtung des Herzens eine Entleerung der venösen Gefässe. Demzufolge sinkt kurzfristig der venöse Druck, und die Venen können wieder gefüllt werden. Insgesamt wird auf diese Weise das venöse Blut schneller abtransportiert und ersetzt. Mit dem Blut werden die Endprodukte des Stoffwechsels schneller ausgeschieden und die Gewebezellen besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

 

Massage ist in der Lage (Földi, 1978), Blutkapillaren zu öffnen, die vorher geschlossen waren. Dies bewirkt eine Vergrösserung der totalen Kapillaroberfläche. Zusammen mit dem durch die Gewebekompression gleichzeitig steigenden venösen Druck wird folgende Situation erzielt: Die Durchblutung steigt und Stoffwechselendprodukte werden vermehrt ausgeschieden. Die bei Ödemen vermehrte Flüssigkeit wird über die ableitenden Harnwege ausgeschieden. Klinisch zeigt sich dies in einem gesteigerten Harnvolumen.

 

Bei all diesen Vorgängen ist natürlich neben der Anregung des venösen blutflusses die Anregung des Lymphflusses von grosser Bedeutung: In den Lymphgefässen ist die Zirkulation normalerweise sehr langsam, sie wird durch die Massage zum einen vermehrt und zum anderen beschleunigt.

 

Mechanische Effekte

  • Lösen von Verklebungen zwischen Gewebsschichten
  • Lösen von pathologischen Crosslinks
  • Steigerung der Durchblutung
  • Vermehrung und Beschleunigung des Lymphflusses
  • Abbau von Ödemen
  • Gesteigerte Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten
  • Verbesserung der Versorgung mit Nährstoffen